Saeco Xelsis SM7683/10

Ein Kaffeevollautomat mit Touchscreen und einer unglaubliche Auswahl von Kaffeespezialitäten.

Rezibude

Ob nun der bessere Kaffee aus Omas Keramikfilter, der French Press, einer Siebträgermaschine oder eben Kaffeevollautomaten kommt: man wird sich wohl niemals einigen können. Wenn man allerdings Kaffeevollautomaten nicht völlig verteufelt, sollte man einen Blick auf die Saeco Xelsis SM7683/10 werfen, das Gerät ist ein maschinegewordenes Votum für die Familien der Vollautomaten.

Saeco Xelsis SM7683/10 Kaffeevollautomat
Der Xelsis Kaffeevollautomat ist die eierlegende Wollmilchsau.

Aufbau und Installation

Kaffeevollautomaten, als die eierlegenden Wollmilchsäue unter den Kaffeemaschinen sind grundsätzlich keinen kleinen Geräte. Die Saeco Xelsis SM7683/10 ist da keine Ausnahme, sie ist ca. 30cm breit, etwas unter 50cm tief und gut 40cm hoch. Damit passt sie noch gut unter einen Küchenhängeschrank, zumal zum Einfüllen der Kaffeebohnen etwas Luft nach oben gebraucht wird. Stellt man den mitgelieferten Michbehälter daneben, nimmt alles die Breite eines deutschen DIN Küchenschrank von rund 60 Zentimetern ein. An der rechten Seite ist eine große Serviceklappe, zu der man freien Zugang haben sollte. Man muss also schon etwas Platz in der Küche haben, um einen Vollautomaten zu adoptieren.

Dafür geht der Aufbau, mithilfe der beigelegte Schnellstartanleitung, sehr leicht von der Hand, wenn man den Boliden erstmal an seinen Standplatz bugsiert hat. Alle nötigen Schritte sind in der Anleitung gut dokumentiert, beschränken sich jedoch im Wesentlichen auf die Einstellung der Sprache, den Einbau des Wasserfilters und dem ersten Reinigen der Maschine. Für Anleitungsverweigerer werden alle Schritte auch am Touchdisplay angezeigt, ein sehr schönes Prinzip, das auch später bei Reinigungen und Servicefunktionen zum Einsatz kommt.

Die in einem Schuber beigelegte Bedienungsanleitung beschreibt alles technischen Details der Maschine recht umfassend, vom Aufbau über den Brühvorgang bis hin zur Reinigung und ggf. Schmierung der einzelnen Teile der Maschine. Was sie nicht enthält, und das kann man bei einer derart großen Getränkeauswahl schon vermissen, ist ein Glossar der angebotenen Kaffeegetränke oder eine Anleitung, wie man mithilfe der unzähligen Einstellungsmöglichkeiten einen möglichst guten Kaffee zubereitet.

Funktionen und Benutzung

Kaffeebohnen füllt man von oben in die Maschine ein. Der Deckel des Vorratsbehälters ist mit einer aromaschonenden Gummidichtung versehen. Durch eine kleine Klappe kann man auch vorgemahlenen Kaffee in die Maschine geben, falls man mal ganz anderen, bspw. entkoffinierten Kaffee herstellen möchte, ohne die Bohnen austauschen zu müssen.

Zum Start muss man die Maschine erstmal ein wenig einfahren. Nach ein paar zusätzliche Spülungen und Dampfreinigungen, die man über das Menü auswählen kann, sollte man die ersten Espressi erstmal in den Ausguß schütten, auch wenn es schwer fällt. Auch dann dauert es noch etwas, bis die Maschine ihren Zielgeschmack erreicht. Man macht sich in der Zeit ja auch mit dem Gerät vertraut, aber ich hatte das Gefühl, dass es bis ungefähr zum zehnten Kaffee gedauert hat, bis ich zum ersten Mal gesagt habe, das wäre jetzt ein sehr guter Kaffee.

Apropos Kaffee, dessen Herstellung ist wahrhaftig ein Kinderspiel und, ganz ohne Witz, die große Stärke der Saeco Xelsis SM7683/10. Der Touchscreen macht ein glasklares hochaufgelöstes Bild, reagiert perfekt auf jeden Touch, man kann sogar swipen. Das User-Interface ist aufgeräumt und leicht verständlich. Das Menü ist quasi selbsterklärend mit den Hauptpunkten: Drinks, Profiles, Clean und Settings. Dies ist aber die einzige Stelle, in der englische Begriffe genutzt werden, alle Anweisungen wie „Stellen Sie eine Tasse unter den Auslauf“ etc. sind ordentlich übersetzt (und in diversen Sprachen verfügbar).

Unter „Drinks“ finden sich die ganzen Kaffeesorten, von Espresso bis zum Flat White ist alles möglich. Wählt man ein Getränk aus, kommt man in eine weitere Auswahl, mit der man die Feinheiten der Mischung abstimmen kann (eher leicht, eher stark, wenig oder viel Milch, wenig oder viel Kaffee) sowie einstellen, ob man ein oder zwei Getränke gleichzeitig zubereiten will oder vorgemahlenen Kaffee nutzen will. Alle diese Einstellungen kann man in seinem Profil (mit Namen) speichern und bekommt seine persönliche Sammlung von Eigenkompositionen und Specials. Allerdings: bisher haben mir die vorgegebenen Werte immer am besten geschmeckt. Nun ist man von seinem Kaffee nur noch einen Knopfdruck und etwas Warten entfernt. Man hört wie die Kaffeebohnen ins Mahlwerk fallen, wie der Kaffee gepresst wird und dann das bekannte Pumpengeräusch und dann ist es soweit. Faszinierend.

Wählt man eine Kaffee-Milchmischung, wie bspw. Cappucino, dann braucht man natürlich auch Milch. Diese füllt man in den Milchbehälter, der selbst nicht Teil der Maschine ist, sondern links daneben platziert werden muss. Ein Schlauch führt von dort in den sogenannten Cappucinatore, wo die Milch erhitzt und aufgeschäumt wird. Auch hier ist die Bedienung kein Hexenwerk und der Schaum erfüllt professionelle Ansprüche. Das funktioniert übrigens nicht nur mit Kuh- sondern auch mit Soja- oder Hafermilch. Dass die Milch in einer eigenen Karaffe außerhalb des Geräts aufbewahrt wird, ist auch praktisch, man kann den Schlauch nämlich entnehmen und die Karaffe samt verbliebener Milch in den Kühlschrank stellen. So bleibt alles schön frisch.

Wartung und Reinigung

An einer so großen Maschine muss viel gereinigt werden, da braucht es gute Automatismen. Bei jedem Ein- und vor jedem Ausschalten wird die Kaffeeleitung automatisch durchgespült. Nach jeder Milchzubereitung wird der Cappucinatore automatisch mit heißem Dampf durchgepustet. Und alles Wasser, das durch die Maschine fließt wird vorher von einem Wasserfilter entkalkt. Zusätzlich zum automatischen Reinigen gibt es aber auch Reinigungsprogramme, bspw. das Hygiene-Steam-Programm, ein Programm um den Milchbehälter zu reinigen und so weiter. Wählt man ein Reinigungsprogramm aus, wird man am Bildschirm Schritt für Schritt durch das Programm geführt.

Wasser von Spülungen, übergelaufener Kaffee und Wasser, das zum Reinigen durch den Milchschlauch geleitet wird, landet in einer Auffangschale unterhalb der Maschine. Diese muss regelmäßig entleert und dann am besten ausgespült werden. Ebenso der Auffangbehälter für die Kaffeereste, den man leeren muss, wenn die Maschine darauf hinweist. Im Inneren gibt es dann noch eine weitere Auffangschale für Kaffeereste, auch die muss man von Zeit zu Zeit ausspülen.

Die sogenannte Brühgruppe, das große Herzstück der Maschine, kann von der Seite entnommen werden und ebenfalls unter fließendem Wasser gereinigt werden. Sie muss auch von Zeit zu Zeit mit dem mitgelieferten Fett geschmiert werden.

Nach dem Einschalten der Maschine wird auf dem Display der Verbrauchszustand des Wasserfilters angezeigt. Ist er verbraucht, muss er ausgewachselt werden. Man kann die Filter im Zweier-Set für rund 30 Euro nachkaufen.

Das ist alles sehr einfach, aber es ist auch ganz schön viel. Je nachdem, wie oft man die Maschine nutzt, kann das einiges an Arbeit sein.

Kaffeespezialitäten ohne Ende, auch im Büro?

Sage und schreibe fünfzehn (15!) unterschiedliche Kaffeegetränke lassen sich mit der Saeco Xelsis SM7683/10 brauen, zumindest wenn man die Zubereitung von heißem Wasser und heißer Milch mitrechnet. Für den privaten Gebrauch ist das mehr als man braucht, also kann man sich die Xselsis aber auch recht gut in einer kleinen Firma vorstellen, die Kapazität dafür hat sie. Ich schätze allerdings, das dann (ggf. auch mit hygienischen Anforderungen zusammen) der Reiningungsaufwand stark steigen wird. Nicht umsonst bietet Phillips/Saeco einen Reiningungsservice an, den man für 99 Euro buchen kann und für den die Maschine in eine Werkstatt muss. Für den professionellen Einsatz oder wenn schnell, viele Kaffeedurstige versorgt werden müssen, ist sie zu langsam.

Bewertung

Die Saeco Xselsis ist für mich der perfekte Kaffeevollautomat. Sie kann alles, macht alles richtig und der Kaffee schmeckt hervorragend (gute Kaffeebohnen vorrausgesetzt). Die Installation ist einfach, die tägliche Bedienung ist ebenfalls kinderleicht, macht sogar noch Spaß. Der eine oder andere wird vielleicht den Reinigungsaufwand kritisieren, aber was tut man nicht alles für eine perfekte Tasse Kaffee zu Hause und auch die Reinigungsarbeitsschritte sind letztlich sehr einfache Aufgaben. Nicht mal über die Größe kann man wirklich meckern, denn fast alle Automaten dieser Leistungsklasse haben ungefähr die gleiche Größe. Ich habe überhaupt nur einen echten Fehler gefunden: die Xselsis hat keinen Tassenwärmer, obwohl die Ablageplatte für Espressotassen so aussieht. Das reicht aber nicht, um das fünf Sterne Ergebnis zu schmälern, denn das sei klar gestellt: zu Hause habe ich noch niemals vorher so einfach so guten Kaffee hergestellt. Dieser fantastische Kaffeevollautomat ist hier bei Amazon erhältlich.